Kläranlage Winden

Das Wasser, das Sie dem Versorgungsnetz der Gemeinde entnehmen, kommt,  in mehr oder weniger verschmutzter Form in unsere Kläranlage zurück. Hier werden diese Abwässer so gereinigt, dass das Wasser in die Elz eingeleitet  und so dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt werden kann. 

Unsere Kläranlage ging im Jahr 1980 in Betrieb. Sie löste eine ältere Anlage ab , die nur die Abwässer der bis dahin eigenständigen Gemeinde Niederwinden reinigte.  Die Kläranlage der Firma OMS ist als Langzeitbelüftungsanlage mit gemeinsamer Schlammstabilisierung ausgelegt. Sie besteht aus zwei rechteckigen Belebungsbecken und einem dazwischen liegenden Nachklärbecken. Der Klärschlamm wird in Trockenbeeten getrocknet. 

Obwohl unsere Kläranlage schon etwas in die Jahre gekommen ist und bald Sanierungen anstehen, werden alle Grenzwerte der Grössenklasse 2 eingehalten. 

Wie es funktioniert

Mechanische Reinigung

Die Abwässer kommen im Rechenhaus an und werden dort mechanisch gereinigt, d.h. gröbere Feststoffe werden entfernt. Im Sandfang setzt sich dann der durch Abrieb der Kanalisationsrohre oder durch Beschädigungen der Rohre eingedrungene Sand ab. Fette und Öle werden dann im Leichtstoffabscheider zurückgehalten bevor die Abwässer den mechanischen Teil der Kläranlage wieder verlassen. Rechenhaus

 
 

Biologischer Teil


Im Belebungsbecken erfolgt die biologische Reinigung durch Bakterien. Sie ernähren sich von den Abwässern, indem sie den Kohlenstoff in ihre eigene Zellsubstanz aufnehmen. Außerdem können diese Bakterien ca 50% des Phosphors und ca 60-70% des Stickstoffs abbauen. 

BelebungsbeckenDurch Belüftung mit Luft sorgt man für optimale Lebensbedingungen, so dass sich die Bakterien ständig vermehren können. Sie bilden "Belebschlammflocken". Aus dem Belüftungsbecken wird dieser Belebschlamm in das Nachklärbecken geleitet. Dort setzen sich diese Belebschlammflocken aufgrund der Schwerkraft am Boden ab.  Man entnimmt nun ständig diesen abgesetzten Belebschlamm aus dem Nachklärbecken . Die sich eigentlich durch Wachstum  vermehrende Bakterienmasse bleibt so konstant. Damit dieser Prozess ständig lauft, wird immer eine bestimmte  Menge Belebschlamm aus dem Nachklärbecken in das Belebungsbecken zurückgeleitet (Rückführschlamm). 

Der entnommene Belebschlamm (Überschussschlamm)  wird nun in "Eindickern" gesammelt und dann in den Trockenbeeten getrocknet. Der getrocknete Klärschlamm wird auf der Deponie Kahlenberg entsorgt. 
 

Ab 2005 kann der Klärschlamm nicht mehr auf die Deponie Kahlenberg gebracht werden, da der organische Anteil - aufgrund verschärfter Richtlinien - dann nur noch 5% betragen darf. 
 
 

Die Arbeit des Klärwärters

Neben der Wartung und Pflege der Gebäude und Anlage ist die Hauptaufgabe des Klärwärters die Überwachung und Steuerung des Klärprozesses.  Dazu werden ständig verschiedene, vorgeschriebene Analysen durchgeführt. 
 
  • Temperaturmessungen in verschiedenen Anlageteilen
  • PH Wert Messungen im Zulauf, Belebungsbecken und Ablauf
  • Analytik der Schadstoffparameter: 

  • NH4-N (Amoniumstickstoff)
    BSB5 (biochenischer Sauerstoffbedarf)
    CSP (chemischer Sauerstoffbedarf)
    Pges (Phosphor)
  • Schlammvolumen, Schlammtrockensubstanzen und Schlammindex bestimmen
  • Steuerung des Sauerstoffgehaltes
  • Mikroskopisches Bild erstellen
  • Schlammbehandlung
  • Führen von Messprotokollen und statistische Auswertungen
Laborarbeiten in der Kläranlage
Norbert Riegger, Klärwärter
Norbert Riegger, Klärwärter
 

Die Kläranlage : 

Klärbecken:
2 Belebungsbecken
1 Nachklärbecken

725 m3
819 m3
Trockenbecken 1500 m2
jährlich behandeltes Abwasser 400000 m3

Einstufung :
 
Sauerstoffbedarfstufe
BSB5 1
CSB 1
NH4-H 1
dies entspricht einer 
sehr geringen Restver-schmutzung
Nährstoffbelastungsstufe
Nges 3
Pges 3
dies entspricht einer
mässigen
Restverschmutzung
Auslastungsgrad
Organische Auslastung B
51-75%
Hydraulische Auslastung D
> 100 %

Die hydraulische Auslastung über 100% ergibt sich durch die nicht vollständige Trennung der Kanalisation für Abwasser und Regenwasser. Dadurch kann es bei starken Regenfällen zu einem zu grossen Abwasserzufluss kommen. 

Der weitere Ausbau des Trennsystems ist daher Voraussetzung für einen effizienteren Betrieb unserer Kläranlage.